[Fähe] Zorya
#1
ZORYA

Allgemeines

Alter 1¾ Jahre
Rune Dagaz
Rang ××
Berufung Seherin


Aussehen

Zorya fällt mit ihrem Auftreten für gewöhnlich nie groß auf. Nicht einzig aufgrund ihrer festgefahrenen Zurückhaltung, ebenso ihr Äußeres geht in der Menge vielmehr unter, als tatsächlich herauszustechen. Mit ihren Maßen liegt sie im gewöhnlichen Durchschnitt der weiblichen Eurasischen Wölfe. So erreicht sie eine zufriedene Widerristhöhe von 72 cm sowie eine Länge um ca. 115 cm herum. Von imposanter Größe kann man in ihrem Fall demnach nicht sprechen, auch wenn die langen dürren Beine mit den kleineren Pfoten sie leicht höher wirken lassen. Und ebenso wie ihre Läufe lässt ihr restlicher Körper nicht viel Masse zeigen. Nicht so wenig, um als mager und knochendürr zu gelten, aber dennoch mit einem mangelnden Gewicht, dass sie bloß auf gerade mal 34 kg kommt. Demzufolge lassen sich auch Muskeln nur schwer sichten. Zwar befindet sie sich noch in einem jungen Lebensalter und die Phase, reife Kraftmasse aufzubauen, ist noch nicht abgeschlossen, doch bereits jetzt scheint die Aussicht auf bemerkenswerte Veränderung darin eher vergebens. Zorya ist nun mal von schlanker Natur und keine, die für abgehärteten Kampf gebaut ist. Und leider kommt ihr dieser Schwachpunkt gemeinsam mit dem weniger befähigten Kiefer auch beim Jagen größerer Beute in die Quere. Dafür ist ihr allerdings dank der schmalen Taille aber auch dem wenig ausgeprägten Brustkorb sichere Wendigkeit sowie geschickliche Agilität gegeben, die ihr durchaus bei der Flucht und beim Ausweichen äußerst behilflich sind. Insgesamt besitzt die Fähe eine angemessen proportionierte Statur, welche zu ihrem noch jungen Alter beiträgt.

Zorya wird umhüllt von dichtem, enganliegendem Fell, welches zwar nicht derartig lang ist, dass es einen völlig kälteschützenden Mantel bildet, sich aber dennoch mit Weichheit auszeichnet.
Den Grundton ihres Pelzes bildet ein intensives Beige, welches deutlich karamellbraune bis hellrote Pigmente in sich trägt. Insbesondere an Flanken, Ohren sowie der oberen Halskrause stechen diese in vergleichsweise dunklerer Form heraus, während die Pfoten sowie der Bereich um die Lefzen herum hingegen erkennbar heller erscheinen. Neben dem leicht rötlichen Ton ist ebenso ein düsteres Grau vertreten, welches an Stirn und Schläfen als allererstes ins Augenmerk fällt. Diese Farbe zieht sich zudem weiter über den Nacken sowie die Wirbelsäule entlang und endet erst auf dem Weg zur Rutenspitze. Vielmehr lässt sich über ihr simpel gemustertes Fell nicht sagen, das nur von drei Kolorierungen geprägt ist.
Zoryas hellbraune Iriden stehen im Einklang mit ihrer Pelzfarbe und stechen dadurch aber auch nicht außergewöhnlich auffallend heraus. Ihre Nase sowie Krallen und Ballen sind hingegen in einem tiefen Schwarz, welches sich bei ihr ansonsten nirgends blicken lässt.

Das Auftreten, mit der die Wölfin anderen begegnet, ist meist vorsichtig sowie scheu. Den Kopf entweder dem Boden aus Unsicherheit zugewendet oder aber dem Himmel, wo sich ihre Gedanken in Ruhe austoben können. Von direktem selbstbewussten Blickkontakt kann man bei ihr jedenfalls nicht wirklich sprechen. Stattdessen allerdings von ihrer typischen Nervosität, die nicht bloß in ihrer Haltung, sondern manchmal auch in ihrer sprachlichen Ausdrucksweise durch Stottern und Verhaspeln zu bemerken ist.


Charakter

Ein Charakter durchläuft im Laufe des Lebens Unmengen an Veränderungsprozessen. Geformt von Erfahrungen und Niederlagen, nicht selten auch von den Eltern. Die Thematik "Was macht uns zu uns?" ist eine Frage, die sich sämtliche stellen mögen.
Doch nicht jeder findet eine genaue Antwort darauf – so auch Zorya. Ihr Wesen hat all die Jahre über kaum an Veränderung gewonnen – zu ihrem Leid – und trotz dessen kann der tiefere Grund, der ihre Persönlichkeit begründet, nicht gefunden werden.

Zorya ist grundsätzlich eine ziemlich in sich gekehrte Persönlichkeit. Innehalten und Schweigen sind nicht bloß ihre typischen Verhaltensweisen, sondern ebenso das Milieu, in dem sie sich wohlfühlt. Sie muss nicht Reden, um glücklich zu sein, viel mehr liebt sie es, ihre sämtlichen Gedanken im Kopf kreisen zu lassen und die Außenwelt schlichtweg auszublenden. Denn die Welt dort draußen ist nichts für sie. Die Masse an Fremden, der Tumult, das Chaos – alles ist mit Stress verbunden. Die Welt in ihrem Kopf lässt auf viel schönere Geschehnisse blicken. Deshalb kommt es nicht selten vor, dass sie in ihren Tagträumen untertaucht und auch die Zeit vor dem Schlafengehen gerne mit verschiedensten Gedankengängen vertreibt. Was sie dabei unterstützt, ist ihre zweifellos ausgeprägte Kreativität. Woher diese genau kommt, ist ungewiss. Womöglich hatte die Leidenschaft zum Geschichtenerzählen von ihrer Mutter sie dabei fantasievoll unterstützt. Doch kommt in ihr ebenso das Gefühl auf, diese Gabe lebe schon immer als kleiner Funken in ihr.
Zoryas angeborener Einfalls– und ebenso Erfindungsreichtum führen dazu, dass auch sie wie ihre Mutter die Vorliebe für Legenden sowie Erzählungen entwickelt hat und völlig darin aufgeht.
Allerdings ist ihr Charakter von einer starken Unsicherheit geprägt sowie von kleinen Situationen aus der Vergangenheit, die ihr geringes Selbstwertgefühl zunehmend bröckeln gelassen haben.
Denn das nötige Selbstbewusstsein hatte sie noch nie. Bereits in ihrer früheren Welpenzeit war sie eine besonders schüchterne Fähe, welche sich buchstäblich zwischen Mamas Läufen versteckte und diese für sich selbst sprechen ließ. Die Schnauze kaum aufbekommend und den Blick dem Boden zugewendet, wurde sie nicht selten mal knallrot im Gesicht, sobald jemand Unbekanntes nur ein Wort mit ihr wechseln wollte. Und auch wenn sie heute größer ist und allmählich zu einer erwachsenen Wölfin heranwächst, so hat sich ihr Verhalten nur bedingt verändert. Wenigstens kann gesagt werden, dass sie bei einem spontanen Gesprächsbeginn nicht im endlosen Schweigen ihre Rettung sucht – die Schnauze bekommt sie jedenfalls auf. Doch die Nervosität und das zunehmend schneller pochende Herz bleiben bestehen. Dabei muss es nicht einmal eine große Menge an Gegenübern sein, welche diese innere Anspannung auslöst, allein ein Gespräch unter vier Augen reicht dafür aus. Für sie ist das Knüpfen neuer Bekanntschaften nun wirklich nicht ihr Element. Peinliches Schweigen oder wiederholtes Verhaspeln lassen solche Situationen nur in unangenehmer Atmosphäre zurück. So ist es nicht verwunderlich, dass Zorya den Kontakt zu anderen scheut und lieber alleine für sich ihre Gesellschaft genießt.
Als Folge dessen sind natürlich die eher unerfreulichen Reaktionen anderer auf sie. Seltsam, zugeknöpft, langweilig – oberflächliche Eigenschaften, die ihr zwar nie derart zu Ohren gekommen sind, sie sich aber zweifellos vorstellen kann, dass andere sie genauso bewerten. Was soll man auch von einer Fähe halten, die einen weder von sich aus anspricht noch sich anderweitig zu erkennen gibt? Dass sie dabei in Vergessenheit gerät und kaum noch Beachtung zugeteilt bekommt, ist nicht anders zu erwarten.

Und dennoch haben es einige, wenn auch sehr wenige, geschafft, diese starre Mauer zu durchbrechen und eine völlig neue Wölfin dahinter zu entdecken. Sie hatte nicht viele Freunde, dafür aber genau die Richtigen. Trotz schwierigen Annäherungsversuchen waren sie an ihr drangeblieben, haben den Kontakt zu ihr gesucht – eine Freundschaft. Und den Humor und Spaß in dieser anfänglichen Stille gefunden.
Denn hinter ihrer schweigsamen Schale verbirgt sich eine Fähe, welche sich durchaus durch Heiterkeit und Frohmut auszeichnet. Sie genießt das Leben, lacht unglaublich gerne und auch wenn sie weiterhin eine brave Wölfin bleibt, sind kleine rebellische Aktionen selbst bei ihr gerne gesehen. Mit ihr ist der Spaß in der Freundschaft garantiert und gleichermaßen die Stütze sowie Hilfsbereitschaft gegenüber ihren Liebsten.
Nur wird sie nicht selten von vielen falsch eingeschätzt.
Inzwischen hat sie sich damit abgefunden. Was bliebe ihr auch anderes übrig?

Zudem hat Zorya ein starkes Bindungsproblem. Es dauert nicht nur eine Weile bis sie anderen gegenüber auftaut, sondern auch, dass sie ihnen auch bloß im Ansatz ihr Vertrauen schenkt; denn nur den wenigsten vertraut sie ihre Sorgen, Ängste und Probleme an. Sie möchte nach außen hin einfach glücklich wirken, sich nichts anmerken lassen und erst recht nicht aufgrund dessen bewertet werden.
Und genau das ist der Knackpunkt, welcher ihrer schweigsamen nervösen Persönlichkeit zugrunde liegt. Sie ist lieb, höflich, nett – und das hauptsächlich, um keinen schlechten Eindruck auf andere zu machen. Dies wäre ihre größte Angst. So tut sie sich oft schwer damit, unangenehme Wahrheiten auszusprechen oder andere Artgenossen direkt zu konfrontieren. Viel lieber hält sie sich aus allem raus und beobachtet, als in irgendeiner Hinsicht Negativität auszustrahlen. Wessen sie sich nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass dieses Raushalten und Nicht-da-sein sie für einige Wölfe genauso ins schlechte Licht rücken lassen. Viele beurteilen sie demnach als feige und unfähig, ihre eigene Meinung zu vertreten. Doch vielleicht entspricht dies gar nicht so der Unwahrheit.
Die Furcht davor, anderen ablehnend gegenüberzutreten, führt zu ihrem Konflikt, die eigene Meinung nicht laut äußern zu können. Sie passt sich den Meinungen anderer an, ohne ihre eigenen Wertmaßstäbe aufzustellen. Ein gravierendes Problem. Denn die Chance auf eine zukünftige Selbstständigkeit geht dadurch bedauerlicherweise verloren.
Zorya ist eine wirklich passive Persönlichkeit, wenn es um wichtige Angelegenheiten geht. Aus Sorge, etwas falsch zu machen, überlässt sie anderen die Führung, lässt andere gar über sie entscheiden.
Die Wölfin behält die Mitwelt aber gerne im Blick, weiß ihre Beobachtungsgabe mit Unauffälligkeit gut einzusetzen, um andere Artgenossen auf diese Weise gleichzeitig besser einschätzen zu können.

Im Grunde genommen, kann Zorya als eine tatsächlich liebevolle Persönlichkeit gesehen werden, die aus Furcht vor negativer Bewertung lieber in Einsamkeit lebt und sich durch starke Emotionalität aber auch schwaches Selbstwertgefühl treiben lässt. Und doch ertappt sich hin und wieder bei dem leicht egoistischen Gedanken, dass sie manches Wissen gelegentlich anderen gegenüber zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen könnte. Doch ist nicht jeder durch eine kleine Schattenseite gezeichnet?



SeherDagaz
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[Bild: welcomeinthepack.png]
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